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21 September 2016 — Leben der OIV

Weinjuristen feiern das dreihundert-jährige Bestehen des Chianti Classico

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Drei Jahrhunderte später nahmen über 150 Fachleute des Weinbaurechts aus 5 Kontinenten an der 34. internationalen Konferenz des internationalen Verbands für Weinbaurecht (AIDV) in der Toskana teil

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Am 24. September 1716 erließ Cosimo de‘ Medicis, Großherzog der Toskana, die ersten Regeln zur Abgrenzung des Chianti. Drei Jahrhunderte später nahmen über 150 Fachleute des Weinbaurechts aus 5 Kontinenten an der 34. internationalen Konferenz des internationalen Verbands für Weinbaurecht (AIDV) in der Toskana teil, die zum Thema „rechtliche Instrumente zum Schutz ortsansässiger Unternehmen auf dem globalen Markt für Wein“ abgehalten wurde.

Bei der Eröffnung der zweitägigen Tagung wies OIV-Generaldirektor Jean-Marie Aurand auf die Zahlen hin, die für die Globalisierung der Welt der Weine kennzeichnend sind: Von 5 Flaschen Wein werden mehr als 2 Flaschen außerhalb der Landesgrenzen konsumiert, das sind über 100 Millionen hl der weltweiten Weinproduktion, die sich auf 270 Millionen hl beläuft. Jean-Marie Aurand begrüßte die Tätigkeiten und das Netzwerk des AIDV, das sich über rund 30 Länder erstreckt. Durch seinen Beobachterstatus bei der OIV leistet der Verband einen wichtigen intellektuellen Beitrag zur Arbeit der OIV. An der Konferenz nahmen drei Professoren für Recht teil, die mit dem OIV-Preis 2016 ausgezeichnet wurden: Richard Mendelson, Kensuké Ebihara und Théodore Georgopoulos.

Von links nach rechts:

Jean-Marie Aurand, Generaldirektor der OIV - Jean-Paul Thuillier, ständiger Vertreter Frankreichs bei der WTO - John Barker, beratender Rechtsanwalt, Neuseeland - Tom LaFaille , Vizepräsident des Californian Wine Institute - Nicolas Ozanam, Generaldelegierter des französischen Verbands der Wein- und Spirituosenexporteure   

In den verschiedenen Fachsitzungen wurden folgende Themen erörtert: bedeutende regionale Abkommen und ihre Auswirkungen auf den Markt für Wein, Wettbewerbshemmnisse, Hindernisse und unerwartete Schwierigkeiten im Zusammenhang mit dem Erwerb und dem Verkauf von Weinbauunternehmen, Beilegung von öffentlich- und privatrechtlichen Streitfällen im Weinbausektor, Finanzierung, Struktur und Rolle der verschiedenen Herstellergruppen, geographische Angaben, der Begriff „Durchschnittsverbraucher“, Instrumente, die im Weinbausektor oft unbekannt sind, wie das Recht auf Sortenschutz oder der Schutz önologischer Verfahren. Die anwesenden Richter, Anwälte, Professoren und Fachleute hoben die Besonderheiten der Territorialität des Weins hervor, die es ermöglichen, in einer globalen Welt einen lokalen Ansatz beizubehalten oder sogar zu vertiefen.

Von links nach rechts:

Giacomo Bassi, Bürgermeister von San Gimignano; Rein-Jan Prins, Präsident AIDV; Letizia Cesani, Präsident des Consorzio; Stefano Campatelli, Direktor des Consorzio

Der niederländische Vorsitzende des AIDV, Rein-Jan Prins, der in Wien (Österreich) gewählt wurde und sein Mandat in Siena (Italien) beendet, verstand es, den AIDV zu dynamisieren. Der Verband zählt fast 350 Juristen und ist das bedeutendste Forum für vergleichende Studien und Debatten im Bereich des Weinbaurechts. Der grandiose Rahmen der Stadt Siena mit ihrer Universität ermöglichte Diskussionen von großer Qualität. Dank der Verkostungen, die von der Enoteca Italiana, dem Consorzio du Chianti Classico und dem Consorzio de la Vernaccia de San Gimignano hervorragend organisiert wurden, könnten die Schätze der Toskana entdeckt werden.

Der Vorsitzende des AIDV betonte, dass sich die Weinjuristen, ganz gleich, ob sie aus Ländern mit jahrtausendalter oder jüngerer Weinbautradition kommen, mit der Realität der Gebiete konfrontieren müssen, die durch die Wirtschaftstätigkeit im Weinbau geprägt wurden. Von Castello de Brolio der Familie Risacoli, Wiege des Chianti, bis hin zur Cantina Antinori, Meisterwerk der zeitgenössischen Architektur, begrüßte Rein-Jan Prins die letzten 300 Jahre, die das Thema der AIDV-Konferenz veranschaulichen und verdeutlichen, wie ein lokales und abgegrenztes Erzeugnis sich internationales Ansehen und einen Weltmarkt verschaffen konnte.